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Informationen über
Chiapas

Geografische Lage:

Chiapas gehörte zum Königreich Guatemala bis zu seinem Anschluss an Mexiko im Jahre 1821. Nach der Durchführung einer Volksbefragung wurde es am 14. September 1824 zum 19. Bundesstaat der Republik Mexiko. Während der Kolonialzeit gehörte es zum Generalkapitanat Guatemala.

Im Norden grenzt Chiapas an den Bundesstaat Tabasco, im Osten an die Republik Guatemala, im Süden an den Pazifik und an die Republik Guatemala, im Westen an die Bundesstaaten OaxacaVeracruz und den Pazifik. Chiapas hat eine Fläche von 73.311 km², was 3,7% der Fläche Mexikos entspricht (und steht damit an zehnter Stelle).

Quelle: INEGI 2010

Chiapas-Erweiterung
0 Km2
3,7 %

Entspricht dem Gebiet von Mexiko

10°

und steht damit an zehnter Stelle

Regionen und Landkreise:

Seit Januar 2011 ist der Staat in 15 Wirtschaftszonen unterteilt:

Metropolitana, Valles Zoque, Mezcalapa, De los Llanos, Altos Tsotsil-Tseltal, Frailesca, De los Bosques, Norte, Istmo-Costa, Soconusco, Sierra Mariscal, Selva Lacandona, Maya, Tulijá Tseltal Chol, Meseta Comiteca Tojolabal.

Seit den 90er Jahren sind verschiedene neue Landkreise entstanden, hauptsächlich um Lösungen für soziale, politische und religiöse Konflikte in den jeweiligen Gebieten zu finden. Derzeit gibt es in Chiapas 125 Gemeinden.

Die Hauptstadt des Bundesstaates ist Tuxtla Gutiérrez.

Autonome Zapatistische Strukturen :

Am 12. November 2023 informierte die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) in ihren Netzwerken in einer Mitteilung über die neue zapatistische autonome Struktur, in welcher sie das Verschwinden der Municipios Autónomos Rebeldes Zapatistas (Autonomen Zapatistischen Rebellengemeinden), oder auch MAREZ genannt, und das der Juntas de Buen Gobierno (Räte der Guten Regierung), auch JBG genannt, die seit 2003 existierten, mitteilten.

Sie erklärten, dass das bisherige System „die Behörden von den Völkern trenne“, weshalb sie sich entschlossen, ein neues System einzuführen. Ein weiterer Aspekt, der den Wechsel erklärt, ist die Notwendigkeit, „die Verteidigung und Sicherheit der Dörfer und der Mutter Erde im Falle von Aggressionen, Angriffen, Epidemien, Invasion von Unternehmen, die die Natur ausbeuten, teilweisen oder vollständigen militärischen Besetzungen, Naturkatastrophen und Atomkriegen“, zu erhöhen.

Im Zehnten Teil: Über Pyramiden und ihren Gebrauch. Schlussfolgerungen aus der kritischen Analyse der MAREZ, sowie der JBG, erklärt Hauptmann Marcos: „Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Struktur, wie sie regiert wurde, in Form einer Pyramide, nicht der richtige Weg ist. Die Regierung kommt nicht von unten, sondern von oben (…) Also haben wir die Pyramide zerschnitten.  Wir haben sie an der Spitze abgeschnitten.  Oder besser gesagt, wir haben sie auf den Kopf gestellt.“

Die erste Ebene sind die Gobiernos Autonomos Locales oder auch GAL(Lokalen Autonomen Regierungen), die in jeder Gemeinde oder Stadt mit einer zapatistischen Unterstützungsbasis arbeiten. Im Allgemeinen übernehmen die GAL unter anderem die Aufgabe, ihre autonomen organisatorischen Ressourcen (wie Schulen und Kliniken) zu kontrollieren und die Beziehungen zu den benachbarten nicht-zapatistischen Dörfern zu pflegen. Die Koordination der GAL besteht aus autonomen Agenten und Kommissariaten.

Neben den GAL gibt es auch die Colectivos de Gobiernos Autonomos Zapatistas, auch CGAZ, (zapatistischen autonomen Regierungskollektive), die Vereinbarungen zu Themen treffen, die für die einberufenden GAL von Interesse sind, und Versammlungen organisieren, an denen die Autoritäten der einzelnen Gemeinden teilnehmen. In diesen Versammlungen können Pläne zu Themen wie Gesundheit, Bildung, Agrarökologie, Justiz und Handel diskutiert und beschlossen werden. Auf der Ebene der CGAZ sind die Koordinator*innen der einzelnen Gebiete tätig. Wichtig ist, dass die CGAZ keine Behörden sind, sondern die von den GALs festgelegte Arbeit ausführen: „Jede Region oder CGAZ hat ihre Direktor*innen, die Versammlungen einberufen, wenn es ein dringendes Problem gibt oder eines, das mehrere Gemeinden betrifft“, wird in der Mitteilung erklärt.

Es gibt auch die Asambleas de Colectivos de Gobiernos Autónomos Zapatistas, ACGAZ, (Versammlungen der Autonomen Zapatistischen Regierungskollektive), die mit den Zonen vergleichbar sind. Sie haben jedoch keine Autorität und hängen von den CGAZ ab, die wiederum von den GAL abhängen. Die ACGAZ sind mobil, je nach den Bedürfnissen der Gemeinden.

© SIPAZ

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Landkreise und ihre Traditionen und Bräuche:

Im April 2019 fanden zum ersten Mal rechtmäßig Wahlen gemäß den indigenen Traditionen und Bräuchen für die Gemeindevertretung von Oxchuc statt. Im Jahr 2020 wurde im Landkreis Chilon eine Kulturstudie durchgeführt. Dieser Schritt war notwendig, um zu überprüfen, ob und wie ein vorheriges indigenes Wahlsystem funktioniert hat. Der Konsultationsprozess über den Beschluss eines möglichen Systemwechsels wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgesetzt. Dasselbe Verfahren wurde für den Landkreis Sitalá genehmigt.
Aufgrund des überwiegenden Anteils indigener Bevölkerung könnten mindestens 25 weitere Gemeinden ihre Gemeindevertretungen gemäß ihren Traditionen und Bräuche wählen. Im März 2020 kündigte der Generalrat des Instituts für Wahlen und Bürgerbeteiligung von Chiapas (IEPC) an, es werde ab und Anträge auf indigene Befragungen in Wahlangelegenheiten, die bei der Institution eingereicht werden, annehmen. Im Juni 2020, mitten in der Pandemie, wurde ein neues Gesetz in diesem Bereich verabschiedet, das zu neuen Kontroversen geführt hat.
Wahlen den indigenen Sitten und Bräuchen zufolge im Gemeindebezirk Oxchuc © SIPAZ
Wahlen den indigenen Sitten und Bräuchen zufolge im Gemeindebezirk Oxchuc © SIPAZ

Siehe auch: