2010
03/01/2011
AKTUELLES : Nationale Mobilisierung gegen die Gewalt
29/04/2011Aktivitäten von SIPAZ (Von Mitte November 2010 bis Mitte Februar 2011)
INTERNATIONALE PRÄSENZ UND BEGLEITUNG
CHIAPAS
Nördliche Zone
- Im Januar 2011 haben wir eine ehemalige Mitarbeiterin von SIPAZ in die Tiefebene von Tila begleitet. Sie hat ein Puppentheaterstück über Versöhnung in verschiedenen Schulen mehrerer Gemeinden aufgeführt. Im Februar haben wir verschiedene Dörfer in der Region besucht. Dort sprachen wir mit VertreterInnen verschiedener politischer Gruppen, Regierungsinstanzen, Mitglieder von Kirchen sowie von KleinbäuerInnen- und sozialen Organisationen. Außerdem konnten wir einige Gespräche in Yajalón, Chilón, Bachajón und Palenque führen.
Hochland
- Im November, Dezember und Februar haben wir die Menschenrechtsverteidigerin Margarita Martínez besucht. Sie ist seit mehr als einem Jahr mehrmals bedroht und angegriffen worden
- Aufgrund neuer Drohungen haben wir im Dezember begonnen, das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas zu begleiten.
- Im Rahmen des 13. Jahrestages des Massakers von Acteal nahmen wir am 20., 21. und 22. Dezember an verschiedenen Aktivitäten teil, zu denen die Organisation Las Abejas eingeladen hatte. Dazu gehörten das Regionale Treffen „Gegen die Aufstandsbekämpfung und Abhängigkeit den Widerstand und die Autonomie verknüpfen“ und die Eucharistie am 22. Dezember, dem Jahrestag des Massakers. Zudem waren wir beim monatlichen Gedenken an das Massaker im Januar 2011 anwesend.
Urwald-Region
- Am 18. und 19. November nahmen wir an einem Frauenforum in Ocosingo teil, das von der Asociación Rural de Interés Colectivo-Independiente y Democrática (ARIC-ID) organisiert wurde.
Grenzregion
- Anfang Dezember trafen wir uns mit verschiedenen Organisationen aus Comitán, um über die aktuelle Situation in der Urwald-Grenzregion zu sprechen.
Caracoles
- Zwischen Dezember und Februar haben wir alle zapatistischen Caracoles mindestens einmal besucht.
Gefangene
- Im Januar nahmen wir an der Feier zum 5. Jahrestag der Gefangenenorganisation „Die Stimme von El Amate“, die Teil der Anderen Kampagne ist, im Gefängnis von San Cristóbal teil.
Frauen
- Am 24. und 25. November waren wir bei verschiedenen Aktivitäten in San Cristóbal de Las Casas und Tuxtla Gutiérrez, die im Rahmen des Internationalen Tags der Beseitigung jeglicher Form von Gewalt gegen Frauen stattfanden.
OAXACA
- Am 22. November nahmen wir mit einem Vortrag zum Thema „Straflosigkeit“ an der Veranstaltung „Oaxaca: Bilanz der Menschenrechte 2006-2010“ teil, die vom Komitee 25. November organisiert wurde. Das Ziel der Veranstaltung war, „gemeinsam über die Situation der Menschenrechte in Oaxaca, vor allem im Zeitraum 2006-2010, nachzudenken und damit die Themen herauszuarbeiten, die dringend von der Zivilgesellschaft und der Regierung bearbeitet werden müssen“.
GUERRERO
- Anfang Februar, unmittelbar nach den Gouverneurswahlen, waren wir 10 Tage in Guerrero unterwegs. Wir besuchten die Organización de Mujeres Ecologistas de la Sierra de Petatlán (Petatlán-Gebirge), die Asociación de Familiares de Detenidos Desaparecidos y Víctimas de Violaciones de Derechos Humanos en México (Atoyac de Álvarez), das Menschenrechtszentrum Tlachinollan (Tlapa de Comonfort), das Menschenrechtsnetzwerk von Guerrero, Taller de Desarrollo Comunitario (TADECO) und Peace Brigades International (pbi) in Chilpancingo, das Camp in Parotillas (vom Rat der Gemeinden gegen den Staudamm La Parota; CECOP), sowie eine Versammlung in der Gemeinde Colombia de Guadalupe. Letztere ist Teil einer Reihe von Versammlungen, zu der die Regionale Koordination der GemeindevorsteherInnen (CRAC), das Menschenrechtszentrum Tlachinollan und die Regionale Koordination der Indigenen Bevölkerung eingeladen haben, um sich auf Aktivitäten angesichts der Erkundung von Bodenschätzen und Bergbauarbeiten auf ihrem Land und angesichts der hohen Stromtarife zu verständigen
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
- Im November sprachen wir mit dem für Chiapas zuständigen Mitarbeiter des Büros des Hochkommissariats der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Mexiko.
- Im Dezember hatten wir mehrere Lobby-Gespräche zusammen SweFOR (Swedish Fellowship of Reconciliation; Teil der SIPAZ-Koalition) in Mexiko-Stadt. Wir sprachen mit den Verantwortlichen für politische Angelegenheiten der Botschaften der USA, Schwedens, Belgiens (das im 2. Halbjahr 2010 die EU-Ratspräsidentschaft innehatte), Polens, des Vereinigten Königreich und der Vertretung der Europäischen Union in Mexiko. Zudem trafen wir uns mit dem Direktor des Programms für Rechtsverletzungen von JournalistInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen der Nationalen Menschenrechtskommission (CNDH). In Chiapas sprachen wir mit Pedro Raúl López Hernández, Sonderstaatsanwalt für den Schutz von Nichtregierungsorganisationen im Bereich Menschenrechte. In all diesen Gesprächen brachten wir unsere Sorge um die Situation der MenschenrechtsverteidigerInnen in Chiapas zum Ausdruck und teilten unsere Entscheidung mit, die MitarbeiterInnen des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas zu begleiten.
- Diese Punkte waren auch Thema unseres Termins mit der Verantwortlichen für politische, kulturelle und Presse-Angelegenheiten der Botschaft der Niederlande im Januar.
- Anfang Februar trafen wir uns mit MitarbeiterInnen des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) von Mexiko und Panama (Sitz der Abteilung für Krisenprävention und Wiederaufbau für die Region Lateinamerika und Karibik), um über Vertreibung in Chiapas zu sprechen.
VERSCHIEDENES
- Im Dezember nahmen wir an verschiedenen Aktivitäten des „Globalen Forums für das Leben, soziale und Umweltgerechtigkeit“ teil, das zwischen dem 4. und 10. Dezember als Gegenveranstaltung zur 16. Konferenz der Vertragsstaaten über den Klimawandel (COP-16) in Cancún stattfand.
FRIEDENSARBEIT
ZUSAMMENARBEIT MIT RELIGIÖSEN AKTEUREN
- Im Dezember haben wir an einem ökumenischen Treffen der Reflexion und des Betens teilgenommen, welches von der Ökumenischen Gruppe für Konjunktur- und Realitätsanalyse (GEACR), zu der auch wir gehören, organisiert wurde.
- Wir nahmen an den Aktivitäten teil, die im Rahmen der Beerdigung von Don Samuel Ruiz García stattfanden, dem ehemaligen Bischof von San Cristóbal de Las Casas und Schlüsselfigur bei den Friedensverhandlungen zwischen der EZLN und der föderalen Regierung nach dem bewaffneten Aufstand von 1994. Bei der neuntägigen Trauerandacht nach der Beerdigung sprachen wir über sein internationales und interreligiöses Wirken.
FRIEDENSERZIEHUNG
- Im November und Februar haben wir Workshops mit dem Team der Kommission zur Unterstützung der Einheit und Versöhnung durchgeführt.
- Im November und Dezember moderierten wir Diskussionen zur Vertiefung verschiedener Aspekte der Positiven Konflikttransformation. Dies geschah als Fortführung des Intensivkurses „Berufung zum Frieden in Gewaltkontexten“ des Interkulturellen Maya-Seminars.
- Im Januar begannen wir Workshops zu aktiver Gewaltlosigkeit in verschiedenen Gemeinden, die wir in der Tiefebene von Tila (Nördliche Zone) besuchten.
NETZWERKE UND FOREN
- Wir nahmen an den zweimonatlichen Versammlungen des Netzwerkes für den Frieden teil, welches aus 11 Organisationen besteht, die Friedensprozesse und Versöhnung in Chiapas unterstützen.
- Vom 16. bis 19. November nahmen wir am Sechsten Treffen der für Frieden und Versöhnung Arbeitenden teil, das in der Gemeinde San Salvador, autonomer Landkreis Francisco Villa, stattfand. Das Treffen wurde von den BewohnerInnen der Zone Zapata, Region „Estrella„, organisiert und moderiert, unterstützt von der Kommission zur Unterstützung der Einheit und Versöhnung (Coreco). Es waren 268 Personen (220 Männer und 48 Frauen) aus 74 Gemeinden und 17 Landkreisen dabei.
- Anfang Dezember beteiligten wir uns mit einem Vortrag an der Diskussion „Versöhnung: Hoffnung oder Utopie“, die im Rahmen der Veranstaltung „Utopische Konstruktion und sozialer Kampf: Logiken der Hoffnung“ stattfand, die unter anderem von der Autonomen Nationalen Universität Mexikos (UNAM) organisiert wurde.
- – Am 26. Januar wurde die Ehrung „jTatic Samuel jCanan Lum“ an sechs Organisation und soziale Prozesse übergeben, die sich durch ihre Arbeit und Einsatz für die Verteidigung der Menschenrechte und die Versöhnung verdient gemacht haben. Wir haben zusammen mit anderen lokalen und nationalen Organisation zur Verleihung der Ehrung aufgerufen.
INFORMATION
- Wir bekamen Besuch von Delegationen, Studenten und Journalisten, die an der Entwicklung in Chiapas und der Arbeit von SIPAZ interessiert sind.
- Im November veröffentlichten wir eine Eilaktion im Fall der Einschüchterung und Todesdrohungen gegen Margarita Martínez und die MitarbeiterInnen des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de Las Casas
- Wir forschen weiterhin zu dem Thema „Verknüpfen von Gender- und Friedensarbeiten“, wofür wir uns mit verschiedenen Gruppen und Organisationen in Chiapas und Guerrero trafen.
- Im Dezember und Januar führten wir Veranstaltungen über die soziale und politische Situation in Chiapas, Guerrero und Oaxaca in Berlin und Münster (Deutschland) sowie in Amsterdam (Niederlande) durch.